Schildläuse an Pflanzen

Unter der großen Gruppe der Schildläuse fasst man Wollläuse, Deckel-Schildläuse, Sackläuse, Schmierläuse und viele andere zusammen. Gemeinsam ist ihnen eine Schutzhülle, unter der sich die Tiere verstecken.

Bei Deckel-Schildläusen sind diese Schutzschilde meist flach, oval und dicht an die Blätter oder Zweige gepresst. Sie sind meist bräunlich gefärbt und nur bei genauerem Hinsehen zu entdecken.

Wollläuse umgeben sich mit einem weißen Filz aus Haaren, die wie Wattebäusche aussehen. Sie sitzen meist in den Blattachseln oder entlang der Zweige und Stämme.

Sackläuse bilden eine weiße, geriffelte und gefranste Hülle von tropfenartiger Gestalt. Mit ihrer weißen Färbung und Größe sind sie meist gut zwischen dem Grün der Blätter auszumachen.

Doch selbst, wenn Sie die Läuse auf den ersten Blick nicht entdecken, verraten sie sich: Wie die Blattläuse hinterlassen sie auf den tiefer gelegenen Blätter einen zuckerhaltigen, klebrigen Film, der Ihnen beim Gießen sicher auffällt, spätestens, wenn sich in ihrem Schlepptau Schwärzepilze ansiedeln und eine dunkle Pilzschicht hinterlassen.

Eine zeitaufwändige, aber effektive Möglichkeit, diese Schädlinge einzudämmen, ist das Abwischen mit einem rauen Schwamm oder einer ausgedienten Zahnbürste. Da man mit dieser Methode jedoch meist nicht alle Tiere und Eigelege erwischt und wenige Exemplare ausreichen, um eine neuerliche Ausbreitung zu entfachen, sollte man anschließend eine Behandlung mit einem Spritzmittel vornehmen.

Hausrezept: Bewährt hat sich hierfür die Spiritus-Schmierseifen-Lösung. Der Spiritus-Anteil löst die Hüllen der Tiere an, die Schmierseife trocknet sie von innen aus. Zurück bleiben die leeren Hüllen, die sich leicht abstreifen lassen. Lösen Sie hierfür einen Esslöffel Schmierseife (erhältlich in Drogeriemärkten) und rund 10 ml Spiritus in einem Liter Wasser auf und besprühen Sie die Pflanzen von allen Seiten mit dieser Lösung tropfnass. Die Prozedur am besten nach drei bis sieben Tagen, bei Bedarf mehrmals, wiederholen, um just geschlüpfte, noch bewegliche Jungtiere zu erfassen.

Nützlinge: Natürlicher Fraßfeind gegen Woll- und Schmierläuse ist der Australische Marienkäfer. Je nach Schildlaus-Art kommen andere Nützlinge zum Einsatz.

Exotische Pflanzen für Büro und Zimmer

IMMER WARM: PFLANZEN FÜR BÜRO- & WOHNRÄUME MIT GROSSEN FENSTERFRONTEN
Der Begriff „Kübelpflanzen“ sagt per Definition zunächst u.a. aus, dass es sich um Pflanzen handelt, die eine Winterruhe bei kühleren Temperaturen einlegen. Sonst spricht man von „Zimmerpflanzen“, die zumeist tropischer Herkunft sind und keine Ruhephase benötigen. Doch wie jede Regel ihre Ausnahmen hat, gibt es auch in der Welt der Kübelpflanzen Grenzgänger, die sehr gut bei dauerhaft warmen Temperaturen gedeihen.

Vorraussetzung dafür, dass Sie in Büros oder Wohnräumen mit großen Fensterflächen Spaß mit diesen Exoten haben, sind:
* Fenster sind frei von Vorhängen, Gardinen oder anderen Behängen, die wertvolles Licht rauben
* die Verglasung besteht aus Wärmeschutzglas, nicht aus Sonnenschutzglas, denn letzteres hält so gut wie alles pflanzennotwendige Licht ab
* ohne winterliche Pause können sich Schädlinge ganzjährig vermehren und müssen besonders sorgfältig kontrolliert und eingedämmt werden
* der Wasserbedarf von Pflanzen – vor allem auf Fußbodenheizungen – darf nicht unterschätzt (aber auch nicht überschätzt: Staunässe!) werden, sonst treten Trockenschäden auf

Wir stellen Ihnen im Folgenden die besten und beliebtesten KÜBELPFLANZEN FÜR ARBEITSZIMMER UND WOHNZIMMER vor.

Eine Liste ALLER KÜBELPFLANZEN FÜR WOHN-WINTERGÄRTEN finden Sie HIER.

Nur allzu oft wird die BAUM-STRELITZIE (Strelitzia nicolai) für eine Banane gehalten, denn schließlich erinnert sie in Blattform, Wuchs und Exotik sehr stark an sie. Aber die Strelitzien-Blätter sind deutlich stabiler und robuster, ihre riesigen Blüten zeigen die Blattschmuck-Stars, die botanisch nicht mit den Bananen verwandt sind, nicht nur ein Mal in ihrem Leben, sondern ältere Exemplare jährlich: eine imposante, repräsentative Pflanze für viele, geheizte Räumlichkeiten. Als Alternative kommt der sehr ähnliche BAUM-DER-REISENDEN (Ravenala madagascariensis) in Betracht.

Wie ihre große Schwester sind auch die kleineren PARADIESVOGELBLUMEN (Strelitzia reginae) für dauerhaft warme Räume geeignet. Hier begeistern sie ihre Besitzer bereits im Winter mit ihren exotischen Blüten, während kalt überwinterte Strelitzien im Sommer blühen. Bieten Sie den Stauden, die Zeit ihres Lebens in die Breite (mehr Blattbüschel), aber nicht in die Höhe wachsen, einen Platz direkt am Südfenster, damit sie genügend Licht für die Blüteninduktion tanken können.

Die neuseeländischen EISENHOLZBÄUME (Metrosideros) sind echte Multitalente mit feurigen Blüten, sehr schönem, graugrünem, weich behaartem Laub (Haare lösen sich nicht!), einem von Natur aus sehr dichten Wuchs und bester Schnittverträglichkeit. Dass die immergrünen Sträucher eine warme Überwinterung ohne Weiteres akzeptieren, mag mit ihrer Herkunft zusammenhängen, denn wenn bei uns Winter herrscht, ist in Neuseeland Hochsommer…

Ohne eine Tasse Kaffe fängt der Tag nicht gut an! Mit einer Kaffee-Pflanze im Büro fällt der Start dagegen noch leichter. Wie gut, dass ECHTE KAFFEEPFLANZEN (Coffea arabica) nicht nur ganzjährig warme Temperaturen bevorzugen, sondern auch wenig Licht brauchen. Für sie muss man keinen Fensterplatz reservieren, allerdings sollte der Abstand zum nächsten Fenster auch nicht mehr als 1 m betragen. Dann kommen zum Zierwert der glänzenden, tannengrünen Blätter duftende Blüten und rote Beeren hinzu, in deren Innerem die bekannten Bohnen stecken – allerdings noch ungeröstet.

Ihre duftenden, schimmernden Blüten bescheren FRANGIPANI (Plumeria-Rubra-Hybriden) eine weltweite Verbreitung und Fan-Gemeinde. Wir Europäer haben die Möglichkeit, die bizarr wachsenden Pflanzen mit ihren „Zigarren-Zweigen“ ganzjährig in Innenräumen zu halten oder Ihnen einen Sommerurlaub im Freien zu gönnen. Im Winter freuen sich die Tropenkindern in jedem Fall über die warmen Füße, die ihnen ein dauerhaft beheiztes Arbeits- oder Wohnzimmer beschert, auch wenn sie im Winter ihre Blätter generell abwerfen und jährlich im Frühjahr neu austreiben.

Während die beliebt-bekannten Hanfpalmen (Trachycarpus) oder Zwergpalmen (Chamaerops) wegen ihrer Vorliebe für eine Winterruhe weniger für Innenräume geeignet sind, kommen Dattelpalmen (Phoenix) und Petticoatpalmen (Washingtonia) durchaus in Frage, denn sie sehr anpassungsfähig. Allerdings beanspruchen beide viel Platz. Anders die schlanken FEUERPALMEN (Archontophoenix), die wir (www.flora-toskana.com) deshalb als Empfehlung in die Liste der Wohn- und Büroraum geeigneten Kandidaten aufnehmen.

Alle Arten von BANANEN (Musa, Ensete, Musella) sind für Wohn- und Büroräume geeignet, da sie dauerhafte Wärme lieben und keine hohen Ansprüche an die Besonnung stellen. Das durch die Fensterscheiben gefilterte Licht reicht ihnen in der Regel aus. Dafür zaubern Bananen mit ihrem Blattschmuck Tropen-Flair und ein Stück Wohlfühl-Atmosphäre in den oft hektischen Alltag.

Eine Liste ALLER KÜBELPFLANZEN FÜR WOHN-WINTERGÄRTEN finden Sie HIER.

Wie viel größer darf das neue Pflanzgefäß sein

Größer, dicker, besser, ist bei der Dimensionierung des neuen Pflanzgefäßes der falsche Rat. Beim Umpflanzen sollte der Folge-Topf nur eine Nummer größer sein als der alte. Es genügt, wenn je nach Topfgröße ein 2 bis 5 cm breiter Rand um den Ballen bleibt, in den man die frische Erde problemlos einfüllen kann.

Wählt man den Topf zu groß, bleibt die Erde an den Rändern sehr lange undurchwurzelt. Die Gefahr von Staunässe steigt, da die Erde ohne die Wurzeltätigkeit und den Verbrauch der Pflanzen sehr lange feucht bleibt. Zudem gehen so wertvolle Nährstoffe verloren, indem man sie mit dem Gießwasser auswäscht. Reichlich Wurzelraum regt die Pflanzen darüber hinaus zu stärkerem Wachstum, nicht aber zur Blüten- oder Fruchtbildung an. Im Gegenteil: Vor lauter Grün werden sie blühfaul. Und dabei ist ein rascher Zuwachs im Kübelgarten gar nicht erwünscht, damit die Kronen handlich bleiben. Nehmen Sie deshalb Töpfe, die nur wenig größer sind als die alten.

Gängige Topfgrößen (Durchmesser/Inhalt) bei Rundtöpfen sind: 15 cm/2 l; 18 cm/3 l; 20 cm/5 l; 22 cm/7 l; 26 cm/12 l; 28 cm/ 15,0 l; 30 cm/18 l; 33 cm/25 l; 35 cm/30 l; 42 cm /50 l.

Übertöpfe – direkt bepflanzen oder Pflanztopf verwenden?

Bei der Wahl des passenden Topfes für Ihre Pflanzenschätze wird eine Frage meist übersehen, die jedoch entscheidend ist: Unterscheiden Sie ganz klar zwischen dem Pflanztopf und einem dekorativen Übertopf. Der Pflanztopf ist dazu da, der Pflanze möglichst ideale Lebensbedingungen zu bieten. Der Übertopf folgt optischen Gesichtspunkten und soll Ihnen als Besitzer gefallen und zur jeweiligen Pflanze passen. Die Trennung in Pflanz- und Übertopf hat viele Vorteile: Der erste ist eine Gewichtsreduzierung. Die meisten Übertöpfe sind sehr schwer. Die Erde und die Pflanzen selbst bringen ebenfalls viele Kilos auf die Wage. Setzt man die Pflanzen direkt hinein, müssen Sie im Herbst und Frühjahr zum Ein- und Ausräumen die gesamte Last auf einmal bewältigen. Kann man Übertopf und Pflanze dagegen separieren, halbiert sich das Gewicht. Direkt bepflanzte Tongefäße ohne Lasur wie die beliebten Terrakotta-Töpfe setzen rascher Kalkflecken und Algenbeläge an als unbepflanzte, die man überdies leichter reinigen kann. Achten Sie bei Übertöpfen darauf, dass sich nicht unbemerkt Wasser in ihnen sammelt, das zu Staunässe und Wurzelschäden führen kann. Risikofreier sind Übertöpfe mit Bodenlöchern, sofern Sie überschüssiges Wasser nicht regelmäßig abschütten möchten.

Terraristik: Exotische Pflanzen fürs Terrarium mit Reptilien

Das „Wilde Wohnzimmer“ boomt, Reptilien und Amphibien sind gefragt wie nie und entsprechend vielfältig sind die Informationen, die man über die nötigen Haltungsbedingungen hierzulande bekommt. Doch wie sieht es mit der Bepflanzung aus, wenn Terrariengröße und -art feststehen? Welche Pflanzen kommen überhaupt in Frage? Unter Berücksichtigung der Klimabedingungen, die in einem Terrarium herrschen, möchten wir Ihnen aus pflanzlicher Sicht einige Tipps geben, auch wenn wir keine Zoologen sind. Ob die Pflanzen im Einzelfall mit der Gestaltung oder den Ansprüchen der Tierart harmonieren, müssen wir deshalb Ihrem Fachwissen überlassen.

AGAVEN: DICK GEPANZERT ODER ZARTWEICH 
Amerikanische Agaven (Agave americana), Sisal-Agave (Agave sisalana) oder Schmalblättrige Agaven (Agave angustifolia) sind nicht nur hitze- und trockenheitsverträglich, sondern auch gut gewappnet gegen hungrige Mäuler im Terrarium. Ihre Blätter sind von einer derben, festen Haut überzogen, die Blattspitzen verhärtet, die Blattränder bei der Amerikanischen Agave mit Zähnchen versehen.
–> Agaven

Wer es für sich und seine Lieblinge etwas weniger robust möchte, verlegt sich auf die Drachenbaum-Agave (Agave attenuata). Sie sieht mit ihrem bläulich schimmernden Laub ungewöhnlich und sehr attraktiv aus, trägt aber keine Spitzen oder Zähnchen an den Blättern, sondern ist samtweich und biegsam, im Alter stamm- und imposante Blüten bildend.
–> Drachenbaum-Agave

TRENDPFLANZE ALOE
Aloe ist in den letzten Jahren als Heilpflanze bekannt geworden, zunächst die Echte Aloe (Aloe vera), jetzt schwenkt das Interesse auf die Kandelaber- oder Baum-Aloe (Aloe arborescens) um. Beide enthalten einen fast durchsichtigen Saft, der z. B. Hautverletzungen schneller heilen lässt. Die Blätter sind mit einer derben, aber nicht verhärteten Haut überzogen und selbst die wie Stacheln aussehenden Zähnchen der Baum-Aloe sind ganz weich. Zwischen ihnen sollten Ihre Tiere unbehelligt umherstreifen können – und vielleicht hilft auch ihnen die Heilkraft des Pflanzensafts. Beide Aloe-Arten wachsen, solange die Wasserzufuhr ausreicht. Bei Wassermangel schrumpfen die Blätter und verfallen in eine Art Starre.
–> Aloe

FÜR GROSSE TERRARIEN: RAUSCHÖPFE UND PALMLILIEN
Übersteigt die Terrariengröße die Zwei-Quadratmeter-Marke kommen größere Pflanzen ins Spiel, die sehr langsam wachsen und dadurch viele Jahre ihre Pflanzgröße behalten. Zu diesen schwachwüchsigen Arten zählen die wenig bekannten Rauschöpfe (Dasylirion), von denen viele in Mexiko beheimatet sind. Sie bilden lange, schmale, feste Blätter, mit denen sie Halbkugeln und im Alter Stämme formen. Ebenfalls ein trocken- wie hitzeverträglicher Terrarien-Dauergast sind bestimmte Palmlilien (Yucca). Ihre Blätter sind je nach Art unterschiedlich ausgeprägt: Schmal und graublau gibt sich z.B. Yucca rostrata, noch schmalblättriger und grüner Yucca linearis, dickblättrig und in Dunkelgrün Yucca carnerosana. Sie bilden mit den Jahrzehnten zunächst unverzweigte, später verzweigte Stämme aus, deren Enden von den Blattschöpfen gekrönt werden und mit denen man schöne, wüstenartige Szenarien gestalten kann.
–> Rauschopf
–> Yucca

WO DER PFEFFER WÄCHST, FÜHLEN SICH AMPHIBIEN WOHL
Wenn Sie jemanden dorthin wünschen, wo der Pfeffer wächst, tun Sie Reiselustigen etwas Gutes. Denn Pfeffer gedeiht in den Tropen dort, wo andere Urlaub machen. Wer zu Hause ein Aqua-Terrarium oder einen ähnlich dauerfeuchten Lebensraum nachbildet, kann ihn mit Pfeffer bepflanzen. Während der Echte Pfeffer (Piper nigrum) recht anspruchsvoll in der Kultur ist, gibt sich sein Verwandter, der Mexikanische Blattpfeffer (Piper auritum) robust und wüchsig. Aus den Wurzeln lässt er immer neue Triebe sprießen, wächst dadurch fast buschig und kann möglicherweise Abgefressenes rasch ersetzen. Auch der Betel-Pfeffer (Piper betle) ist ein Kandidat fürs Dauerfeuchte. Er schlingt sich als Kletterer in die Höhe, um sein würziges Laub dem Licht emporzurecken.
–> Pfeffer

PALMENARTIGES FÜRS FEUCHT-TERRARIUM
Diese Pflanze ist keine echte Palme und auch kein echter Farn – aber der Palmfarn (Cycas) sieht aus wie eine Mischung aus beidem. Da er jährlich meist nur einen neuen Blattkranz bildet, ist der jährliche Zuwachs sehr gering. Anfänglich bilden die urweltlichen Pflanzen eine knollenartige Basis, später mächtige Stämme – aber das dauert Jahrzehnte. Palmfarne sind Tropenkinder, die eine hohe Luftfeuchtigkeit schätzen und dabei keinen hohen Lichtanspruch haben.
–> Palmfarn

BAMBUS WÄCHST IMMER
Wer für ein dauerfeuchtes Terrarium/Paludarium einen Bodendecker sucht, wird unter den kleinwüchsigen Bambus-Arten sicher fündig. Ein solcher Kandidat ist der Mäusezahn-Bambus (Shibataea kumasasa). Er bleibt bei entsprechend geringem Erdvolumen/flacher Pflanzung rund 30-40 cm klein, lässt sich durch Schnitt noch gedrungener halten und gleicht Fraß- oder Umknickverluste mit immer neuen Sprossen aus. Ebenfalls als Bodendecker in Frage kommt Pleioblastus pygmaeus/pumilus, der mit seinen schlanken Blättern ganzjährig für Dschungel-Atmosphäre im Mini-Format sorgt.
–> Pleioblastus

Welches ist die beste Tageszeit zum Gießen?

Meist denkt man am frühen Morgen an tausend andere Dinge als an die Pflanzenpflege. Dabei sind vor allem im Winter die Morgenstunden die beste Zeit zum Gießen.

Gießt man seine Kübelpflanzen im Winterquartier im Verlauf des Vormittags, erreicht das Wasser die Wurzeln in dem Moment, da sie aktiv werden. Die Feuchtigkeit wird sofort aufgenommen und verwertet.

Würde man abends gießen, wäre die Erde die ganze Nacht hindurch nass, ohne dass die inaktiven Wurzeln sie nutzen. Nasses Substrat aber ist kälter als trockenes – ein deutlicher Nachteil im Winter.

Im Sommer sind es der frühe Morgen oder der späte Abend, den Sie zum Gießen nutzen sollten. So haben die Pflanzen Zeit, ihre Feuchtigkeitsspeicher aufzufüllen, solange die Sonne noch keine Kraft hat oder bereits an Energie verloren hat. Der Abend ist im Sommer ein besonders guter Zeitpunkt, da die Feuchtigkeit die ganze Nacht einwirken kann. In der Hitze des Tages würde sie schneller verdunsten und die Wirkung verpuffen.

Die Mittagszeit gilt im Sommer gemeinhin als der ungünstigster Gießtermin überhaupt. Der Grund ist die Furcht, dass die Pflanzen in der Hitze verbrennen, denn Wassertropfen wirken wie Brenngläser. Doch das passiert nur, wenn man die Blätter überbraust! Gießt man dagegen gezielt auf den Wurzelbereich, nehmen Ihre Pflanzen die Gabe dankbar an. Das ist allemal besser, als die Pflanzen bis zum Abend darben oder fast verdursten zu lassen!

Kübelpflanzen mulchen – was bringt das?

Nicht nur im Garten, sondern auch im Topf- und Wintergarten, hat eine Mulchschicht viele Vorteile:

Sie unterdrückt das Keimen von Unkräutern, die auch unter Glas über geöffnete Fenster ständig zufliegen können. Die Erde bleibt unter einer Mulchdecke länger feucht, was gerade in heißen, trockenen Sommer ein entscheidender Vorteil ist. In den Wintermonaten sollte man dagegen auf eine Erdabdeckung verzichten, damit man die Bodenfeuchte und den Bodenzustand besser kontrollieren kann. Besonders geeignet für Topfpflanzen ist eine Mulchschicht aus Kieselsteinen oder Muschelschalen. Sie ist nicht nur praktisch, sondern sieht obendrein dekorativ aus und das Sammeln der Urlaubsmitbringsel macht Spaß. Steine nehmen zudem tagsüber Wärme auf, die sie nach Sonnenuntergang langsam abgeben und kälteempfindlichen Kübelpflanzen im Freien so über die ersten kalten Nächte im Frühling und Herbst helfen. Zugleich wirkt eine Mulchschicht aus Kieselsteinen wie eine Dränage, die den Stammansatz und untersten Blätter trocken und sauber hält. Denn: Gießt man, werden meist keine Erdpartikel gelöst, die an die Rinde oder auf den Boden spritzen können. Rindenstücke als Mulchdecke sind vor allem für Pflanzen zu empfehlen, die saure Erde lieben, da sie bei ihrer Zersetzung sauer wirkende Gerbstoffe abgeben.

Häufige Fehler beim Umtopfen sind einfach zu vermeiden!

Richtiges Umtopfen ist nicht schwer – wenn ein paar wesentliche Punkte zuverlässig beachtet werden. Ihre Pflanzen werden es Ihnen mit gutem Wuchs und Blühfreude danken.

Alten Topf vorsichtig entfernen!

Beim Umtopfen sollte der Wurzelbereich der Pflanze möglichst im Ganzen aus dem alten Gefäß gelöst werden. Sitzt der Ballen sehr fest, fährt man mit einem langklingigen Messer am Innenrand der Topfwände entlang. Auch ein mindestens halbstündiges Tauchbad kann helfen, Blockaden zu lösen. Bei flexiblen Plastikgefäßen kann man mit der Faust auf die Topfwände schlagen, um Verkeilungen zu lockern. Bei großen Gefäßen hilft man mit dem ganzen Körpergewicht nach, indem man sich auf die Töpfe stellt. Funktioniert all das nicht, schneidet man die Gefäßwände auf (Plastiktöpfe) oder zerschlägt sie (Ton). Wichtig ist, dass Sie die Wurzel beim Austopfen nicht abreissen. Es gibt sehr empfindliche Pflanzen, bei denen die Wurzeln sehr schnell reissen, und es gibt robustere Pflanzen. Immer gilt: vorsichtig ziehen! Als nächstes sollten Sie die Löcher im Topfboden des neuen Topfes prüfen: Sind sie sehr groß, würde die frisch eingefüllte Erde sogleich wieder herausrieseln. Deshalb deckt man sie mit Tonscherben oder größeren Kieselsteinen ab.

Nicht zu tief einpflanzen!

Füllen Sie anschließend so viel Erde in den neuen Topf, dass die Oberkante des Wurzelballens, den man probeweise einsetzt, 2 cm unterhalb des Topfrandes endet. Geben Sie unter dem Ballen etwas Erde dazu oder nehmen Sie ein bisschen weg, bis der Ballen die richtige Höhe hat. Wichtig: nie oben auf den Ballen Erde auffüllen! Ziel ist am Ende ein 2 cm hoher Gießrand, der später das Wässern erleichtert, da er wie ein Vorratsbecken wirkt. Ist der Gießrand zu niedrig, rinnt das meiste Wasser später ungenutzt weg, ist er dagegen zu groß, gießt man womöglich zu viel.

Beim Einfüllen der Erde keine Lücken freilassen!

Hat man die Pflanze auf die richtige Pflanzhöhe eingestellt, drückt man die eingefüllte Erdschicht mit den Handflächen oder dem Faustrücken vorsichtig fest und setzt den Wurzelballen möglichst mittig. Achten Sie darauf, dass der Hauptstamm gerade nach oben zeigt. Lassen Sie sich nicht von quer schießenden Seitenzweigen irritieren: solche Fehlstellungen werden später mit einem entsprechenden Rückschnitt korrigiert. Beginnen Sie anschließend mit dem Verfüllen der Ränder. Geben Sie immer nur wenig Erde hinein, die man mit den Fingerspitzen leicht andrückt. Bei größeren und damit tieferen Töpfen, in die man nicht mehr hineingreifen kann, nimmt man einen Holzstab oder -löffel zu Hilfe. Unterlässt man dieses Festdrücken, kann es passieren, dass sich Erdkrümel zwischen Ballen und Topfwand verkeilen und sich darunter große Hohlräume bilden, die nicht durchwurzelt werden können. Achten Sie deshalb auch darauf, dass die Pflanzerde sehr feinkrümelig ist. Hat man sie im Sack gekauft, ist sie meist verklumpt und sollte kräftig gelockert werden, bevor man sie einfüllt. Übertreiben Sie jedoch andererseits beim Andrücken der Erde nicht: die Erde sollte sich festigen, aber nicht verdichten, sonst haben es die jungen Wurzeln schwer, das Substrat zu durchziehen. Wer qualitätiv hochwertige Erde verwendet, braucht in der Regel keine Verdichtung zu befürchten, da sie durch ihre mineralischen Anteile sehr strukturstabil ist.

Nach dem Umtopfen sofort eingießen!

Hat man die gesamte Erde eingefüllt, sind Sie mit dem Umtopfen noch nicht fertig. Ganz wichtig ist das vorsichtige, aber durchdringende Angießen der Erde, damit die Pflanzen einen optimalen Start haben. Durch dieses Angießen werden zum einen weitere Hohlräume entlarvt, die sich durch das Einschlämmen der Erde füllen. Geben Sie im Zweifelsfall noch etwas Erde dazu, wenn die Oberfläche dabei absacken sollte. Gleichzeitig sorgt das Angießen für den nötigen Feuchtigkeitsvorrat. Frische Erde ist zwar leicht, aber meist nicht ausreichend feucht. Sie kann zur Konkurrenz für die Wurzeln um die Wasserreserven werden. Trockene Tontöpfe entziehen dem Ballen sogar regelrecht die Feuchtigkeit, um sich selbst zu sättigen! Man sollte sie deshalb vor dem Bepflanzen mindestens eine halbe Stunde in einen Eimer mit frischem Wasser einlegen, damit sich die Tonporen vollsaugen. Stellen Sie schon während des Umtopfens fest, dass der Ballen stark ausgetrocknet ist, taucht man ihn vorher so lange, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen. Danach ist es wesentlich schwerer, ihn anzufeuchten, was nur durch mehrfaches, leichtes Angießen möglich ist. Ein nachträgliches Tauchen ist angesichts der lockeren Erdfüllung nicht möglich, da sie aufschwimmen würde.

Palmen für den mediterranen Garten

PALMEN ALS DAUERGÄSTE IM GARTEN
Ja, denn Palmen kommen nicht nur in tropischen Regenwäldern vor, sondern auch in Bergregionen (z.B. Südamerika), auf Hochplateaus etc. Einige Palmen haben deshalb eine viel höhere Frosttoleranz, als man annehmen möchte.

HANFPALMEN: Die bekannteste davon ist die Hanfpalme (Trachycarpus fortunei). Sie hat ausgepflanzt im Garten selbst mit strengem Dauerfrost keine Probleme. Und eine schneebedeckte Palme – Sie werden es zugeben – ist im heimischen Garten ein wirklich außergewöhnlicher Anblick! Der einzige Schutz, den Hanfpalmen im Winter brauchen, ist ein Schutz der Stammspitze vor Nässe, da unsere Winter mit Regen, Graupel und Schneefällen zusammengenommen sehr feucht sind. Das Einpacken der Blätter ist in 15 Minuten erledigt: Mit Beginn des winterlichen Dauerfrosts, der in vielen Regionen Deutschlands erst im Januar/Februar einsetzt, klappt und bindet man die Wedel locker nach oben zusammen und schlägt ein Vlies darum – keine Plastikfolie! Das Vlies hält/leitet einen Großteil der Niederschläge ab, lässt aber genügend Licht und Luftaustausch zu, so dass die Blätter gesund bleiben. Neben der klassischen Hanfpalme sind bei Sammlern die sehr langsamwüchsigen Wagner’s Hanfpalmen (Trachycarpus wagnerianus) beliebt. Ihre Blätter bleiben kleiner, kompakter und damit sehr stabil, was ihnen den Ruf einträgt, noch winterfester zu sein.
–> Hanfpalme

Trachycarpus fortunei, Hanfpalme, Chinesische Hanfpalme

NADELPALMEN: Klein, aber hart im Nehmen ist das Motto der heute sehr seltenen und selten kultivierten Nadelpalme (Rhapidophyllum hystrix), die ebenfalls im Südosten der USA beheimatet ist. Ihre Blätter sind sehr fest und je nach Standort von blaugrüner bis grüner Färbung, die kurzen Stämme im Alter mit „Nadeln“ bewehrt, die in jungen Jahren noch fehlen.
–> Nadelpalme

Rhapidophyllum hystrix – Nadelpalme, Nadel-Palme, Needle Palm

GELEEPALMEN: In den Vereinigten Staaten zählen die Geleepalmen (Butia, z. B. Butia capitata; im Bild) zu den Palmen mit den am weiten nach Norden reichenden Verbreitungsgebiet. Sie sind zwar nicht so frosttolerant wie die Hanfpalmen, doch in wintermilden Regionen Deutschlands (z. B. Rheintal, Weinanbaugebiete, Binnensee-Regionen) haben etlicher unserer Kunden seit Jahren Erfolg mit ihnen. Eine erfreuliche Entwicklung, zumal Geleepalmen mit ihren elegant übergeneigten, leicht nach oben eingeklappten Fiederwedeln eine wunderschöne Palmenform mit in die Gestaltung einbringen.
–> Geleepalme

Butia capitata – Gelee-Palme

ZWERGPALMEN: Unter diesen Palmen (im Bild: Chamaerops humilis), die keineswegs zwergenwüchsig sind, sondern vielmehr mehrstämmig wachsen, spricht man den silberblättrigen Formen wie der Blauen Zwerg-Palme (Chamaerops humilis var. cerifera) die größte Gartentauglichkeit zu. Ihre Blätter sind fest, ihr Wuchs gedrungen und sehr langsam. Anders als Hanfpalmen, die teilsonnige Plätze bevorzugen, fühlen sie sich an vollsonnigen Standorten wohl.
–> Zwergpalmen

Chamaerops humilis – Zwerg-Palme, Zwergpalme, Palmito, Mediterranean Fan Fern
Chamaerops humilis var. cerifera – Blaue Zwerg-Palme, Blaublaettrige Zwergpalme, Graulaubige Zwergpalme, Palmito, Mediterranean Fan Fern

PALMETTO-PALMEN: Innerhalb dieser Gruppe bringt die Zwerg-Palmetto (Sabal minor), die u.a. in Florida zu Hause ist, die besten Vorraussetzungen als Dauergast im Mittelmeergarten nördlich der Alpen mit. Ihr Charakteristikum: Sie bildet mit dem Alter zwar Stämme aus, die jedoch größtenteils unterirdisch bleiben – und dadurch gut geschützt sind. Es genügt auch hier, die Wedel zusammenzubinden und mit einem Vlies vor übermäßiger Feuchtigkeit an der Stammspitze/im Blattzentrum zu schützen.
–> Zwerg-Palmetto

Sabal minor – Palmettopalme, Zwerg-Palmettopalme, Dwarf Palmetto, Sabalpalma, Palmetto, Sabal-Palme