Welche Kübelpflanzen kann man dunkel überwintern?

Kübelpflanzen, die im Winter laublos sind, können dunkel überwintern, obwohl auch ihnen grundsätzlich ein heller Platz lieber wäre! Die größte Gefahr an dunklen Kellerräumen als Winterquartier ist, dass die Schützlinge hier vergessen werden!

Blattlose Pflanzen brauchen zwar nur sehr wenig Wasser, aber verdorren dürfen sie nicht!

Und das ist bei Pflanzen, die in einer dunklen Ecke zusammengeräumt werden, schneller passiert, als man glaubt. Ebenfalls entscheidend ist, dass die Räume sehr kühl sind: unter +10 °C. Sonst verfallen die Pflanzen in keine vollständige Winterruhe, versuchen womöglich, in der Dunkelheit auszutreiben, und verlieren dadurch unnötig Kraft. Folgende Kübelpflanzen können dunkel bei 0 bis 10 °C überwintern:

Seidenbaum (Albizia)

Kiwi (Actinidia)

Zitronenstrauch (Aloysia)

Paradiesvogelbusch (Caesalpinia)

Florettseidenbaum (Chorisia)

Ruhmesblume (Clerodendrum)

Kaki (Diospyros)

Korallenstrauch (Erythrina)

Feige (Ficus carica)

Jasminum (Jasminum officinale)

Kreppmyrte (Lagerstroemia)

Paternosterbaum (Melia)

Maulbeere (Morus)

Bleiwurz (Plumbago)

Rosa Trompetenwein (Podranea)

Dreiblättrige Orange (Poncirus)

Granatapfel (Punica)

Sesbanie (Sesbania)

Mönchspfeffer (Vitex)

Chinesische Brustbeere (Ziziphus)

Wie erkennt man, ob die Erde nach dem Giessen feucht genug ist?

Wie erkennt man, ob die Erde bereits abgetrocknet ist oder nicht? Hier einige einfache Testmethoden:

1. Erdfärbung: Nasse Erde ist deutlich dunkler als trockene, die je nach Zusammensetzung ocker oder braun gefärbt. Wer das Substrat kritisch beobachtet, entwickelt rasch einen Blick, wie sich die Farbe mit schwankender Feuchtigkeit verändert.

2. Gewichtstest: Bei kleinen Pflanzen, die sich leicht hochheben lassen, bekommen sie im Nu ein Gefühl dafür, um wieviel schwerer ein nasser Topf gegenüber einem trockenen ist. Doch auch bei mittelgroßen Kübelpflanzen ist diese Technik noch gut anwendbar, denn ein leichtes Anlupfen der Pflanzen genügt, um ihr Gewicht zu testen. Fliegengewichte brauchen dringend Wasser, Schwergewichtler müssen bis zur nächsten Runde erst noch abtrocknen.

3. Fingerprobe: Zerreibt man etwas Pflanzerde zwischen den Fingern, merkt man, ob das Substrat schmiert oder krümelt und demzufolge nass oder trocken ist. Mit dieser Methode kann man jedoch nicht in die Tiefe des Topfes blicken, in der sich die Feuchte am längsten hält.

4. Feuchtigkeitsmesser: Praktisch und gleichzeitig preisgünstig sind daher einfache Feuchtigkeitsmesser, deren etwa 20 cm langen Metallstift man in den Ballen steckt. Trotz der oft groben Skalierung -trocken-feucht-nass- geben diese einfachen Geräte ein plakatives Bild davon, wie es im Balleninneren aussieht.

Bewässerungssysteme für Topf- und Wintergärten

 

Welche Bewässerungssysteme stehen für Pflanzenliebhaber zur Verfügung?

1. Schwitzschläuche: Diese Technik ist nur in Beeten einsetzbar. Hierbei werden unter- oder oberirdisch poröse Schläuche verlegt, die über ihre Wände Wasser abgeben. Da sich die feinen Poren leicht zusetzen können, ist diese Technik ohne laufende Prüfung ungenau in der Dosierung. Vor allem in der Erde verlegte Schläuche sind kaum kontrollierbar. Der positive Effekt, dass die Schläuche unsichtbar sind, wird daher meist aufgewogen.

2. Sprühanlagen: Ebenfalls nur sehr bedingt einsetzbar im Kübelpflanzenbereich sind Beregnungssysteme. Durch die Bewässerung von oben wird die Erde in den Töpfen unterschiedlich stark benetzt. Überschirmen dichte Kronen die Töpfe, leiten sie beinahe alles Wasser ab. Um alle Pflanzen durchdringend zu befeuchten, ist sehr viel Wasser nötig, wovon das meiste ungenutzt abfließt. In Wintergärten ist es nahezu unvermeidbar, dass der feine Sprühnebel, der den Düsen entweicht oder sich indirekt aus den Tropfen bildet, die Scheiben benetzt.

3. Urlaubsbewässerung: Für einige Tage Abwesenheit können Sie mit Wasser gefüllte Flaschen mit dem Hals voraus in die Erde stecken. Das Wasser fließt langsam aus. Aber Vorsicht: Die Wassermenge ist sehr gering! Zieht man Kerzendochte durch die Abzugslöcher der Töpfe und lässt ihre Enden in einen Wasserbehälter münden, saugen diese Wassertropfen hoch und tränken die Erde.

Sind mineralische – Kunstdünger – für Pflanzen schlechter als organische Dünger?

Im Gegensatz zu den organischen Düngern, die eine mehrwöchige Vorlaufzeit benötigen, setzt bei Sofortdüngern die Wirkung unmittelbar ein. Die Nährstoffe sind zumeist an Trägersubstanzen gebunden und in Pulverform, zu kleinen Einheiten gepresst (Pellets, Kügelchen) oder als flüssige Lösung erhältlich. Man gibt sie entsprechend der Dosierungsangabe auf der Düngepackung ins Gießwasser. Mit dieser Lösung gießt man sofort im Anschluss seine Kübel- oder Wintergartenpflanzen. Lässt man die Gießgefäße länger als zehn Minuten stehen, sollten Sie das Wasser gut durchrühren, bevor Sie mit dem Düngen fortfahren, damit sich die Nährsalze neuerlich verteilen. Die Erde der Topf- oder Beetpflanzen sollte bereits vor dem Düngen gut durchfeuchtet und nicht trocken sein. Dann verteilt sich die Nährlösung besonders gleichmäßig im gesamten Wurzelbereich und die Nährstoffmoleküle können von den Feinwurzeln sofort aufgenommen werden. Damit wird bereits wenige Stunden nach dem Düngen die Nährstoffaufnahme ermöglicht. Zeigen Ihre Pflanzen mit fahlen oder gelb verfärbten Blättern akuten Nährstoffmangel an, sorgen Sofortdünger sofort für Abhilfe, organische Dünger nur langsam, aber dafür oft schonender und länger anhaltend.

Tropen-Feeling hierzulande: Bananen in den Garten pflanzen!

ALLES BANANE ODER WAS
Bananen vermutet man in den Tropen, allenfalls noch auf den Kanarischen Inseln, aber in unseren Gärten?

JAPANISCHE FASERBANANEN (Musa basjoo) gedeihen hierzulande bestens! Wie der Name schon sagt, stammen sie aus Japan, wo Frost im Winter keine Seltenheit ist. Während des Sommers bilden sie mit Hilfe ihrer langen, schmalen Blätter meterhohe „Stämme“, mit den Jahren in immer größerer Zahl, so dass ganze Haine entstehen können. Im Herbst schneidet man die natürlicherweise welkenden Blätter ab und kann zusätzlich den Stamm kappen. Darüber häuft man mindestens 80 cm Herbstlaub von den Bäumen. Damit diese Halt bekommen, schlägt man um den Pflanzenbereich vier Holzpflöcke in den Boden und umspannt sie mit Kaninchendraht. Faserbananen mit einem kräftigen Stamm können im Hochsommer Blüten ansetzen, die nicht rot, sondern gelb sind. Werden sie bestäubt, bilden sich kleine Früchte, die den Verzehr jedoch in der Regel nicht lohnen, auch wenn sie grundsätzlich essbar sind.
–> Faserbanane

SIKKIM-BANANEN (Musa sikkimensis) sind in ihrer Winterhärte und Gartentauglichkeit vergleichbar mit der Japanischen Faserbanane, tragen jedoch eine individuell unterschiedlich stark ausgeprägte rote Maserung. Im Winter werden Sikkim-Bananen wie Faserbananen behandelt (siehe unten stehender Fragenkatalog.
–> Sikkim-Banane

Die GOLDEN-LOTUS-BANANE (Musella lasiocarpa) ist  mit Winterhärtezone 8 bis 9 die dritte im Bunde. Sie ist deshalb nur in wintermilden Regionen Deutschlands als Gartenpflanze einzustufen. Hier allerdings ist sie dank der bläulichen Bereifung ihrer Blätter ein außergewöhnlicher Hingucker, ebenso die gelben Blüten, die aufrecht den -Stamm-Enden aufsitzen. Winterschutz wie oben beschrieben.
–> Golden-Lotus-Banane

Welcher Wintergarten-Typ sind Sie?

Bei der Auswahl der Pflanzen für Ihren Wintergarten sollte nicht allein der persönliche Geschmack zählen. Ebenso entscheidend sind die standörtlichen Gegebenheiten, die Sie im neuen Glasanbau den Pflanzen bieten können. Je besser Licht, Temperatur und andere Klimafaktoren mit den Bedürfnissen Ihrer künftigen, grünen Dauergäste übereinstimmen, umso besser wachsen, blühen und fruchten sie, bleiben gesund und sorgen jedes Jahr für Erfolgserlebnisse.

Wintergärten teilt man deshalb in drei Kategorien ein. Vorrangiger Faktor ist die winterliche Durchschnittstemperatur, also der Wert, auf den Sie Ihre Wintergarten-Heizung eingestellt haben. Schwankungen an sonnigen Tagen nach oben auf der Temperaturskala oder tageweise höhere Heizwerte (z.B. Wochenende, Festlichkeiten) sind nicht relevant. Man unterscheidet klassischer Weise folgende drei Wintergartentypen:

1. UNGEHEIZTE WINTERGÄRTEN, auch als KALTE Wintergärten bezeichnet: * Minimaltemperatur minus -15 °C bis 0° * Maximaltemperatur 40 °C * für viele mediterrane Arten wie Oliven, Feigen, Akazien, Erdbeerbäume und viele mehr geeignet

2. BEHEIZTE WINTERGÄRTEN, auch als TEMPERIERTE Wintergärten bezeichnet: * Minimaltemperatur 0 °C * Maximaltemperatur 30 bis 40°C * bietet die größte Pflanzenauswahl mit Arten aus Südafrika, Südamerika, Asien, Australien rund um den Globus

3. WOHN-WINTERGÄRTEN, auch als WARME Wintergärten bezeichnet: * Minimaltemperatur +15 °C, * Maximaltemperatur 30 bis 35 °C * für subtropische und tropische Pflanzenarten, die es ganzjährig warm schätzen

Je besser Sie die Pflanzenauswahl auf diese Kategorien abstimmen, umso energiesparender kommen alle bei einheitlich niedriger Temperatur durch den Winter. Mischt man dagegen Pflanzen für warme Wintergärten mit hinein, heizt man unter Umständen wegen ein oder zwei Pflanzen den ganzen Wintergarten um mehrere Grad höher und verbraucht unnötig viel Energie.

Formschnitt in Form halten – aber wie?

Zu den Formschnittpflanzen zählen zum einen alle Stämmchen. Sie tragen auf einem mehr oder weniger hohen, einzelnen, geraden Stamm eine kugelrunde Krone. Zum anderen zählen hierzu alle kunstvollen Schnittfiguren vom Vogel über den Delphin bis hin zum Auto, die man, aus dem Englischen entlehnt, Topiaries nennt.

Die Schnitthäufigkeit all dieser Formen hängt vom persönlichen Anspruch ihrer Besitzer ab: Je akkurater sie sein sollen, umso häufiger muss man schneiden.

1. Kleinblättrige Arten: Beim Buchs (Buxus) würde ein einziger Schnitt Mitte Juni genügen, wenn man in Kauf nimmt, dass die Konturen während des Jahres nicht hunderprozentig perfekt bleiben, ebenso bei Myrten (Myrtus). Sonst schneidet man sie jeweils Anfang Mai und Juli, bei Bedarf nochmals Mitte August, aber nicht später, damit der Zuwachs noch bis zum Winter ausreifen kann. Formen aus Ionischem Liguster (Ligustrum delavayanum) geraten sehr schnell aus der Form und werden bis zu fünf Mal pro Jahr zwischen Mai und August getrimmt.

Laurus nobilis – Lorbeer, Lorbeerbaum – Formschnitt

2. Großblättrige Arten: Lorbeer (Laurus), Spindelstrauch (Euonymus), Stechpalme (Ilex), Mittelmeer-Schneeball (Viburnum tinus), Olive (Olea) oder Glanzmispel (Photinia) werden im März und Juli geschnitten. Achtung: Zerteilen Sie dabei nicht die Blätter! Die Folge wären nachtrocknende Schnittränder, die das Bild für viele Wochen, oft Monate stören würden.

Verwenden Sie keine Hecken-, sondern nur Gartenscheren.

Palme ist nicht gleich Palme

Sehen für Sie alle Palmen gleich aus? Dann werfen Sie bei Gelegenheit einen näheren Blick auf die Immergrünen, denn die Unterschiede sind immens. Betrachtet man zunächst die Blätter, Wedel genannt, unterscheidet man Fächerpalmen und Fiederpalmen. Fächerpalmen bilden große, runde Wedel, deren Ränder mehr oder weniger tief eingeschnitten sind und damit dem klassischen Bild entsprechen „unter einer Palme zu sitzen“. Fiederpalmen hingegen bilden schlanke Wedel, die bis zum Blattstiel eingeschnitten sind und zum Typus „Kokos-Palme am Strand“ gehören. Der optische Effekt ist bemerkenswert. Fächerpalmen wirken mächtig und dominant (Washingtonia), Fiederpalmen elegant und filigran (Butia, Neodypsis / Dypsis, Archontophoenix).

Der zweite Blick gilt den Stämmen der vielen tausend verschiedenen Palmen-Arten weltweit. Während die einen dicke, wuchtige Stämme bilden (Phoenix, Washingtonia), bleiben andere schlank und zierlich (Archontophoenix). Manche Stämme bleiben kurz (Chamaerops), andere sind sogar stammlos (Sabal minor).

Der dritte Aspekt ist die Schnelligkeit im Wachstum, denn in Büroräumen hat man oft (nicht immer!) die Deckenhöhe als Wachstumsgrenze. Sehr langsam wachsen Hanfpalmen (Trachycarpus), sehr schnell Petticoat-Palmen (Washingtonia).

Viertens sollen sich Palmen in Ihren Räumen dauerhaft wohlfühlen. Nicht alle Arten stammen dabei aus den Tropen (Dypsis, Hyophorbe) und bevorzugen ganzjährig über 20°C, sondern sie kommen auch aus Regionen mit kühlen Wintern (Trachycarpus, Chamaerops). Letztere fühlen sich in dauerbeheizten Büros weniger wohl als in Produktionsstätten wie Werkräumen, Hallen oder im Sommer auch gerne repräsentativ vor dem Betriebseingang! Wieder andere sind extrem anpassungsfähig und können ganzjährig warm oder im Winter knapp über der Frostgrenze stehen wie Washingtonia, Archontophoenix oder Butia.

Sie sehen, die Unterscheidungskriterien sind vielfältig und wer einmal ein Faible für Palmen entdeckt hat, der wird es nicht bei einer Art belassen angesichts der großen Auswahl!

Für Volieren geeignete Blütenpflanzen

HIBISKUS UND SCHÖNMALVEN FÜR VOGELHALTER
Trotz schlechter Lichtverhältnisse sehr dankbare Blüher sind Schönmalven (Abutilon) und Hibiskus (Hibiscus rosa-sinensis). Sie blühen unter Zimmerbedingungen von April bis November ununterbrochen, wenn sie direkt am Fenster stehen. Halten Sie die Erde stets feucht, aber nicht über längere Zeit nass, und geben Sie von April bis Oktober jede Woche ein Mal Flüssigdünger für Blühende Zimmerpflanzen mit ins Gießwasser. Damit die starkwüchsigen Pflanzen in Form bleiben, schneidet man ihre Triebspitzen zwei bis vier Mal pro Sommer jeweils so weit zurück, bis wieder eine harmonische, annähernd (halb)runde Kronenform entsteht. Frisch gekaufte Pflanzen aus dem Gartencenter sind in der Regel mit Hormonen behandelt, die das Wachstum bremsen und die Blühfreudigkeit fördern. Zu Hause lässt die Wirkung dieser Mittel binnen weniger Wochen nach und Schönmalven wie Hibiskus wachsen ihrer Natur entsprechend stärker. Da Privatleute keine Stauchungsmittel kaufen können und anwenden dürfen, gleicht der regelmäßige Rückschnitt den Wechsel im Wuchsverhalten aus. Zu Ihrem Vorteil, denn umso größere beide Pflanzengruppen werden, umso besser erfüllen Sie den Zweck, für Sie selbst ein blühender Hingucker und für Ihre Vögel Kletter- und Landemöglichkeit zu sein.
–> Hibiskus
–> Schönmalve

FÜR KAKADU UND CO VOM ANDEREN ENDE DER WELT
Der Neuseeländische Eisenholzbaum (Metrosideros), auch Pohutukawa genannt, besticht während einer Zeit von rund drei Wochen im Mai oder Juni mit feuerroten Blütenpinseln, die aus feinen Staubfäden zusammengesetzt sind. Das ganze Jahr über zieht er die Blicke mit seinem gräulichen Laub inklusive samtweichem Überzug auf sich. Dank dieser grauen Färbung sind Eisenholzbäume, ungeachtet ihrer Herkunft vom anderen Ende der Welt, geeignet, um wie Oliven für mediterrane Stimmung zu sorgen. Dazu brauchen sie einen Platz direkt am Fenster und konstante Gießgaben. Obwohl er in seinen festen Blättern etwas Wasser als Reserve einlagern kann, ist der Wasserbedarf hoch. Ein Rückschnitt ist nur gelegentlich nötig, wenn einzelne Triebe zu lang werden. Eisenholzbäume wachsen jedoch bei hohem Lichtangebot direkt am Fenster von Natur aus schön kompakt.
–> Eisenholzbaum

EIN ECHTER MACHO FÜR GEFIEDERTE GÄSTE 
Die Don-Juan-Pflanze (Juanulloa mexicana) ist ein echter Macho unter den Blütenpflanzen. Sein Zierwert rührt weniger von den Blütenblättern selbst her, als vielmehr von den Blütenkelchen. Diese sind fest, röhrenförmig, leuchtend orange gefärbt und halten Monate lang. Der Wuchs der Don-Juan-Pflanzen ist halb strauchförmig, halb in der Manier einer Kletterpflanze mit langen Trieben. Häufig gestutzt, wächst er buschig, alternativ bindet man die Triebe an Stäben oder Spalieren auf. Der Wasser- und Düngerbedarf der Nachtschattengewächse ist hoch, der Lichtanspruch gering. Ihm genügt ein unbeschattetes Südfenster. Don-Juan-Pflanzen zählen botanisch gesehen zwar zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae), sind aber nicht als Giftpflanzen ausgewiesen.
–> Don-Juan-Pflanze

DUFTE DÜFTE FÜR ORNITHOLOGEN 
Eine Rarität für Liebhaber exquisiter Pflanzendüfte ist der Ylang-Ylang (Cananga odorata). Sein Parfüm ist so  bekannt wie beliebt als ätherisches Öl und Zugabe zahlloser Kosmetika. An einem hellen Zimmerplatz bei stetem Wassernachschub bildet Ylang-Ylang schon als junge Pflanze seine wunderschönen, bizarren Blüten aus. Die langen, schmalen Blütenblätter sind gelblichgrün gefärbt und zuweilen wie Haarlöckchen eingedreht. Der Duft, der ihnen entströmt, ist verführerisch. Für den Fall, dass Ihre gefiederten Mitbewohner Interesse daran zeigen und zu knabbern beginnen, sollte man die exklusiven Pflanzen während des Flors vorsichtshalber in Sicherheit bringen.
–> Ylang-Ylang

FÜR SCHNUPPERNASEN
Ähnlich fantastische Naturdüfte bescheren versierten Pflanzenfans die Vertreter der Michelien, zu denen die Weiße Michelia (Michelia alba), Champaka (Michelia champaka) und der Bananenstrauch (Michelia figo) mit seinem unglaublichen Bananen-Aroma zählt. Die ersten beiden sind jedoch leider nur selten und als kleine Pflanzen erhältlich, der Bananenstrauch auch als größere, immergrüne Sträucher.
–> Michelia

OPTISCHER UND OLFAKTORISCHER GENUSS
Ebenfalls zu den Stars im privaten Duftgarten zu Hause zählt der Vogelaugenbusch (Ochna serrulata). Der Duft seines sonnengelben Flors, der bereits ab Februar einsetzt, ist lieblich und süß, die Pflanzen können mit den Jahren 150 cm Höhe erreichen. Doch er setzt ein weiteres Schmankerl oben drauf: Auf die Blüte folgen auffällige Fruchtstände mit leuchtend roten Kelchen und schwarzen Beeren, die den Sträuchern auch den Namen Micky-Mouse-Plant eingetragen haben, da sie an ein Gesicht mit roten Ohren und schwarzer Knollennase erinnern. Während des Sommers sind Vogelaugenbüsche belaubt, im Winter werfen sie je nach Lichtangebot einen Teil bis Großteil der Blätter ab. Reduzieren Sie in dieser Zeit die Wassergaben, denn wenig Blätter bedeuten einen deutlich verringerten Wasserbedarf.
–> Vogelaugenbusch

KLETTERMAXE MIT EXOTIK-FAKTOR
Neben den bislang beschriebenen, exotischen Sträuchern fürs Zimmer bieten sich diverse Kletterpflanzen an, um in Wohnräumen für Urwald-Atmosphäre zu sorgen. Allen voran die Passionsblumen mit ihrer im Pflanzenreich unverwechselbaren Blütenarchitektur. Sie haben die Wahl zwischen Ziersorten mit blauen, violetten, roten oder mehrfarbigen Blütenstars (z.B. ‚Belotii‘, ‚Violacaea‚, ‚Victoria‘) und Passionsblumen, die wie Maracuja (Passiflora edulis), Süße Grenadille (Passiflora ligularis) oder Königs-Grenadille (Passiflora quadrangularis) Früchte mit vitaminreichem Fruchtfleisch ansetzen können. Sie alle werden an Kletterhilfen erzogen, die aus Metall, Kunststoff oder Holz gefertigt sein können – ganz nach Ihrem Geschmack. Vom Rosen-Obelisk bis zum einfach Zelt aus drei Bambusstäben kommt alles in Frage, was sich direkt im Pflanzgefäß verankern lässt und mit diesem mobil bleibt, zum Beispiel, wenn man die Pflanzen auf rollende Untersetzer stellt.
–> Passionsblumen

BUNTE VIELFALT
Die Ruhmesblumen (Clerodendrum) stellen die zweite Pflanzenfamilie voller kletternder Blütenstars, für die es leider keine deutschen Namen gibt. Wer es rot-violett liebt, setzt auf Clerodendrum speciosum, wer auf rot-orange Leuchtkraft steht, nimmt Clerodendrum speciosissimum und  Blüten für weiß-rot Fans bietet Clerodendrum thomsoniae, Alle drei zählen zu den Schlingern, die sich an Spalieren oder Stäben aller Art empor hangeln, indem sie ihre Triebe wie Korkenzieher um die Streben legen. Sie wachsen zügig, sind aber jederzeit zähmbar: Was zu lang wird, können Sie sommers wie winters einkürzen.
–> Ruhmesblumen  

SAGEN SIE JA ZU JASMIN
Wer sich nicht nur von der Optik, sondern wiederum von süßen Düften verwöhnen lässt, findet unter den Jasminen eine reiche Auswahl sowohl kletternder als auch buschig wachsender Arten. Ihnen allen gemeinsam sind die weißen, intensiv duftenden Blüten, wenige warten auch mit gelben Blüten auf (z.B. Jasminum odoratissimum). Wer nicht viel Platz hat, ist mit dem Engelsflügel-Jasmin (Jasminum nitidum) gut beraten, der in seinem botanischen Namen mit „nitdidum“ wie „kleinwüchsig“ seine geringe Größe bereits verankert hat. Ihm ähnlich ist der Arabische Jasmin (Jasminum sambac), von dem es attraktive, gefüllt blühende Sorten gibt (`Maid of Orleans´, `Grand Duke of Tuscany´). Zu den kletternden Arten gehört dagegen Jasminum polyanthum, der seine Besitzer oft schon im Spätwinter mit dem ersten Satz intensiv duftender Blüten überrascht.
–> Jasmin

KLEIN, ABER OHO
Eine weitere Ergänzung im Duftpotpourri der Blüten ist die Orangenblume (Murraya paniculata), die mit den Zitruspflanzen eng verwandt ist und ihren Duft geerbt hat. Die immergrünen Sträucher wachsen langsam und schön dicht, werden von Natur aus hüft- bis brusthoch, lassen sich aber durch regelmäßigen Schnitt deutlich kleiner halten.
–> Orangenblume