Volierenbegrünung mit Palmen

Aus dem Gespräch und Erfahrungsaustausch mit Pflanzenfreunden weiß ich, daß viele davon auch zugleich ein Freund gefiederter Mitbewohner sind. Daher soll der heutige Beitrag insbesondere ein Ratgeber für diejenigen unter den Lesern sein, die ihren gefiederten Freunden eine Wohlfühloase bieten und daher die Volieren begründen wollen. Aber auch für alle anderen Leser kann mein Beitrag hoffentlich eine nützliche Entscheidungshilfe bei der Auswahl einer Palme sein.

Eine Palme in der Wohnung sorgt sofort für tropisches Flair und Urlaubsgefühle nicht nur für Sie selbst sondern auch für Papageien, Sittiche und Co. Für Ihre Vögel bieten sie nicht nur einen heimatlichen Blick ins Grüne, sondern auch Klettermöglichkeiten. Gut geeignet sind deshalb vor allem Palmen mit kräftigen, dicken Stämmen und festen Wedeln. Zugleich müssen die Arten zimmertauglich sein, also mit ganzjährig dauerwarmen Temperaturen und schlechten Lichtverhältnissen zurechtkommen.

Trachycarpus fortunei – Hanfpalme, Chinesische Hanfpalme
Chamaerops humilis var. cerifera – Blaue Zwerg-Palme, Blaublaettrige Zwergpalme, Graulaubige Zwergpalme, Palmito, Mediterranean Fan Fern

Palmen wie der bekannte Hanfpalme (Trachycarpus fortunei ) oder der Zwergpalme (Chamaerops humilis) verhelfen dagegen nur kühle Temperaturen während einer Zeit von mindestens drei Monaten zwischen Dezember und März zu einem längeren Leben. Bei Dauerwärme erschöpfen sie mit den Jahren, es sei denn, man kann sie während des Sommers ins Freie und nur sechs Monate pro Jahr ins Zimmer stellen. Weit besser für ein Dauerleben im Zimmer sind dagegen tropische Palmen geeignet, und solche, die sehr anpassungsfähig sind.

Washingtonia robusta – Petticoatpalme, Petticoat-Palme, Priester-Palme, Washington-Palme
Phoenix canariensis – Kanarische Dattelpalme, Canary Island Date Palm
Phoenix canariensis – Kanarische Dattelpalme, Canary Island Date Palm

Hierzu zählen beispielsweise die Petticoat-Palmen (Washingtonia robusta) und die Dattelpalmen (Phoenix canariensis). Erstere rechnet man zu den so genannten Fächerpalmen, da ihre Blätter große Flächen bilden. Letztere ist dagegen eine Fiederpalme, deren Wedel in schmale Einzelflächen zerschlitzt sind. Petticoat-Palmen wirken dadurch recht wuchtig und stattlich, zumal sie sehr dicke Stämme ausbilden. Dattelpalmen sind etwas eleganter, da sie das Licht, das durch ihre Wedel fällt, in viele Facetten aufspalten.

Butia capitata – Geleepalme, Gelee-Palme, Jelly Palm

Noch eleganter sind Geleepalmen (Butia capitata), die leider viel zu selten verwendet werden. Da sich die Wedel von Dattel- und Geleepalmen elegant nach außen überneigen, beanspruchen sie mit den Jahren mehr Grundfläche als die Petticoatpalmen. Alle drei möchten so viel Licht wie möglich genießen – große Fensterflächen oder Lichtluken von oben sind ideal. Wen die Stacheln stören, die sich bei Petticoat- und Dattelpalmen an den unteren Blattstielen entlang reihen, der kann sie mit einer Gartenschere einmalig abzwicken: Sie wachsen nicht mehr nach. Die Geleepalme ist von Natur aus unbewehrt.

Yucca rostrata – Blaublättrige Palmlilie

Als letzte im Bunde der besonderen Palmenartigen, die man nicht in jedem Baumarkt bekommt, ist die Blaublättrige Palmlilie (Yucca rostrata). Sie trägt am Ende eines geraden Stamms einen halb- bis kugelrunden Schopf silbergrauer Blätter. Das Wachstum ist sehr langsam, die Pflege einfach. Denn Palmlilien brauchen nur ein bis zwei Mal pro Monat eine Gabe Wasser und zwei Mal pro Jahr Dünger. Schneiden muss man sie nie, nur ausputzen, denn mit jedem neuen Blatt, das an der Spitze nachwächst, stirbt ein unteres, ältestes Blatt ab. Gleiches gilt auch für Palmen. Es ist ganz natürlich, dass hier mit dem Sprießen frischer Blätter die unteren Wedel braun werden. Warten sie möglichst lange mit dem Entfernen, damit die Palmen die noch in den Blättern eingelagerten Energien abziehen können. Würde man ein noch weitgehend grünes Blatt entfernen, bedeutet dies einen Kraftverlust für die Pflanzen. Lassen Sie überdies stets ein gutes Stück Blattstiel stehen, umso dicker wirken die Palmenstämme, zu denen die Blattstiele einen Teil beitragen und hervorragende Greifmöglichkeiten für Vögel bieten, die an ihnen emporklettern.

Dracaena draco – Drachenbaum, Echter Drachenbaum, Dragon Tree

Ganz anders beim folgenden Zimmergast, den viele von Ihnen vielleicht vom Urlaub auf den Kanaren kennen. Der Drachenbaum (Dracaena draco) zählt zwar nicht zu den Palmen, wird aber wegen seiner Erscheinung in die gleiche Kategorie gerechnet. Beim Drachenbaum handelt es sich nicht um die feinblättrigen Drachenlilien, die es in Massen bei Ikea zu kaufen gibt, sondern um breitblättrige Exemplare mit wunderschönen, geringelten Stämmen. Ihre Blätter sind graugrün gefärbt und ohne jede Bewehrung.

Dracaena draco – Drachenbaum, Echter Drachenbaum, Dragon Tree

Mit zunehmendem Alter verzweigen sich die zunächst einstämmigen, aufrechten Immergrünen und bilden Kronen, die an überdimensionale Kerzenleuchter erinnern. Auf den Kanaren sind einige der uralten Exemplare stark frequentierte Touristen-Attraktionen. Hierzulande geben sie sich ausgesprochen pflegeleicht, da sie bei lichtreichem Stand im Haus keine Schädlinge bekommen und Schwankungen in der Wasserversorgung sehr gut ausgleichen.

Howea forsteriana – Kentia-Palme, Kentiapalme, Paradise Palm
Chrysalidocarpus lutescens – Goldfruchtpalme, Butterfly Palm, Yellow Palm
Archontophoenix alexandrae – Feuerpalme, Feuer-Palme, Herrscherpalme, Alexandra Palm, King Palm, Bangalow Palm, Piccabeen Palm

Aus der Riege der tropischen Palmen bewerben sich neben Klassikern wie Bergpalme (Chamaedorea), Goldfruchtpalme (Chrysalidocarpus lutescens) oder Kentiapalme (Howea forsteriana) folgende um einen Stammplatz im Zimmergarten. Die Feuerpalme (Archontophoenix alexandrae) ist eine maßvoll wachsende Fiederpalme mit schönen glatten, frühlingsgrünen Stammschäften und schlankem Wuchs.

Syagrus romanzoffiana – Königin-Palme, Königinnenpalme, Romanziffianische Kokospalme, Queen Palm

Die Königinpalme (Syagrus romanzoffiana) bleibt ebenfalls schlank und hilft, Grundfläche zu sparen, während in der Höhe Spielraum bleiben sollte. Denn anders als bei Sträuchern und Bäumen kann man das Höhenwachstum von Palmen nicht begrenzen, indem man sie abschneidet. Da Palmen nur an ihrer Spitze weiterwachsen können, wäre ein Kappen des Stammendes das Todesurteil. Einzig ein dauerhaft sehr kleines Pflanzgefäß vermag das Wachstum zu bremsen, vergleichbar mit einem Bonsai.

Caryota mitis – Fischschwanzpalme, Fischschwanz-Palme, Fishtail Palm

Nicht zu empfehlen ist die Haltung einer Fischschwanzpalme (Caryota mitis) oder einer Kokospalme (Cocos nucifera), obwohl beide sehr häufig angeboten werden. Die Fischschwanzpalme leidet sehr stark unter trockener Zimmerluft und bekommt rasch braune Blätter, die ihren guten Look jahrelang beeinträchtigen. Kokospalmen sind sehr lichthungrig und bilden von Natur aus und verstärkt unter Zimmerbedingungen sehr lange Blätter, die rasch an die Zimmerdecke stoßen.

Hyophorbe lagenicaulis – Flaschenpalme, Bottlepalm

Wer seine Liebe zu Palmen entdeckt, der wird sicherlich irgendwann mit Flaschenpalmen (Hyophorbe lagenicaulis) mit ihren bauchigen Stämmen, der Siegellackpalme (Cyrtostachys renda) mit ihren lackroten Stämmen oder einer Bismarck-Palme mit ihren großen, silbern glänzenden Wedeln liebäugeln. Alle drei sind jedoch nur versierten Palmen-Kennern mit entsprechenden klimatischen Möglichkeiten in einem wohl beheizten Wintergarten zu empfehlen. Als „Nutzbäume“ für Papageien und Co kommen die raren und empfindlichen Palmen kaum in Frage.

Bismarckia nobilis – Bismarck-Palme
Cyrtostachys renda – Siegellackpalme, Siegellack-Palme, Sealing Wax Palm

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