Protea – besondere Pflege leicht gemacht

Kennen Sie das Wappen Südafrikas?  Der Sekretärvogel, der mit ausgebreiteten Flügeln über dem dargestellten Schild thront und das Land mit seinen ausgebreiteten Schwingen schützt, trägt stolz auf seiner Brust eine Protea-Blüte als Symbol für die Schönheit des Landes. Wer die rosafarbenen untertellergroßen Blüten-Kunstwerke der Protea cynaroides vor Augen hat, weiß, dass sich kaum eine andere Blüte dafür besser eignet. Wir alle kennen Proteen als Trockenblumen oder lange frisch bleibende Schnittblumen. Als Topfpflanzen jedoch bereiten sie über viele Jahre ihren Besitzern Freude, gelten aber in der Pflege und Kultur als anspruchsvoll. Daher will ich im heutigen Beitrag zunächst zwei Arten vorstellen und anschließend Pflegetipps geben, die sich in unserem Haus bewährt haben.

Protea cynaroides „Mini King“ – Königs-Protee, Koenigsprotee, Giant Protea, Schimmerbaum, Silberbaum
Protea cynaroides „Madiba“ – Königs-Protee, Koenigsprotee, Giant Protea, Schimmerbaum, Silberbaum
Protea cynaroides „White Crown“ – Königs-Protee, Koenigsprotee, Giant Protea, Schimmerbaum, Silberbaum

Proteen (Zuckerbüsche) gehören wie auch Leucospermien (Nadelkissen) zu der Pflanzenfamilie der Silberbaumgewächse.   Innerhalb der Pflanzengattung der Protea oder Zuckerbüsche gibt es mehr als 115 Arten.  Sie stammen aus dem Süden des afrikanischen Kontinents. Proteen wachsen dort auf steinigen Bergwiesen als immergrüne, locker verzweigte Sträucher, die bis zu zwei Meter Höhe erreichen.

Protea cynaroides – Königs-Protee, Koenigsprotee, Giant Protea, Schimmerbaum, Silberbaum

Die Königs-Protea (Protea cynaroides) ist zweifelsohne die Königin ihrer Gattung, denn ihre Blütenstände erreichen mit bis zu 20 cm Durchmesser Frühstückstellergröße. Allein schon die Knospen sind ein Genuss, der sich mit jedem Tag steigert, da sie sich weiter öffnen. Der Farbverlauf der Blütenknospen reicht bei den meisten Sorten von einem dunklen Magentaton am Blütenansatz über rostrot bis hin zu einer zartrosafarbenen Spitze. Namensgebend für diese Art ist die dachziegelartige Anordnung der Hochblätter, die dem Äußeren der Artischocke (Cynara) ähnelt.

Protea cynaroides „Little Prince“ – Königs-Protee, Koenigsprotee, Giant Protea, Schimmerbaum, Silberbaum

Öffnen sich die spitzen Hochblätter erscheinen dicht zusammengedrängt die creme- oder zartrosafarbenen Blüten. Eine Besonderheit stellt die Sorte „White Crown“ dar, deren Hochblätter ebenfalls weiß mit einem zartgrünen Ton schimmern. Die Blätter aller Protea cynaroides sind glänzend, grün-grau, glatt und spatelförmig, die Blattränder von einem schmalen, roten Saum umgeben.

Protea cynaroides – Königs-Protee, Koenigsprotee, Giant Protea, Schimmerbaum, Silberbaum

Die Oleanderblättrige Protea (Protea neriifolia) ist durch die dunkelvioletten, haarigen und abgerundeten Spitzen ihrer Tragblätter unverwechselbar.  Die Farbe der Trag- oder Hochblätter variiert zwischen rosa, bordeaux-rot und sogar weiß-gelben oder weiß-grünen Tönen.

Protea neriifolia „Tasman Ruby“ – Protee, Protea, Silberbaum

Die Blütenstände der Protea neriifolia öffnen sich kaum, da die Hochblätter einen Kelch formen, der nur die flauschigen Spitzen der dichtgedrängten Blüten erkennen lässt. Namensgebenden für die Oleanderblättrige oder Schmalblättrige Protea  sind die schmalen, glatten Blätter, die von einem deutlichen, gelben Blattnerv mittig geteilt werden und die an die Blätter des Nerium Oleander erinnern.  Da sie sich als vergleichsweise robust, anpassungsfähig ans Klima und blühfreudig erwiesen hat, zählt die Oleanderblättrige Protea mit ihren Sorten zu den am häufigsten kultivierten Proteen außerhalb Südafrikas.

Protea neriifolia – Protee, Protea, Silberbaum

Wichtig für das Kultivieren von Proteen als Topfpflanzen in unseren Breiten ist eine durchlässige, sandige, nährstoffarme Erde, die nicht zu Staunässe neigt und einen niedrigen pH-Wert von 4 bis 6 hat. Zur Vermeidung von Staunässe empfehle ich eine Drainageschicht aus Kies, feinen Tonscherben oder Blähton. Schwankungen im Wasserhaushalt müssen vermieden werden. Proteen benötigen eine Erdfeuchte auf konstant niedrigem Niveau, jedoch dürfen die Wurzeln nie ganz austrocknen. Die Standortwahl sollte auf sonnige, aber nicht heiße Plätze mit steter Luftbewegung fallen. Das Besprühen der Proteen an heißen, trockenen Tagen zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit in Kombination mit einem feinen Luftzug hat sich bei der Vermeidung von Schädlingen und Krankheiten bewährt. Stickige, feuchte Luft sind die Bewohner offener Berghänge nicht gewohnt. Auch im Winter sollte der Zuckerbusch an einem hellen, ca. 10 Grad warmen Standort stehen. Ein Blattverlust im Winter kann unter Zimmerbedingungen möglich sein.  14-tägiges phosphatfreies Düngen in den Vegetationszeit von April bis September führt zu größeren Blüherfolgen. Phosphatgaben würden zum Absterben der Pflanzen führen, daher muss ein spezieller Proteendünger verwendet werden. Durch das Abschneiden der verblühten Blütenstände wird die Anlage neuer Knospen gefördert.

Leucospermum – Nadelkissen, Pincushion, Pin-Cushion

In einen späteren Beitrag werde ich die engen Verwandten der Zuckerbüsche und ebenso prachtvollen und farbenfrohen Nadelkissen (Leucospermum) vorstellen. Bis dahin wünsche ich Ihnen allen einen schönen Frühling und viel Freude an Ihren Pflanzen.

 

4 Antworten auf „Protea – besondere Pflege leicht gemacht“

  1. Hallo Frau Geiger,
    nachdem ich mir eine King-Protea mit einer Blüte und zwei Knospen zugelegt habe, wurde sie zunächst in einen Terracotta-Topf umgetopft. Die Pflanze steht zZ. im Garten, an luftiger Stelle, bei Hamburger Dauerregen habe ich sie mit einem Sonnenschirm vor zu viel Nässe geschützt. Gegossen wird wenig nach Bedarf, 2wöchig mit phospatfreiem Dünger.
    Die Knospen sind wunderschön aufgegangen – und so langsam verblühen auch sie leider.
    Die erste Blüte habe ich nach dem Verblühen ca. 3cm „unter dem Kopf“ abgeschnitten.
    Nun meine Frage: ist das richtig so oder muss das Verblühte tiefer abgeschnitten werden?
    Wo entwickeln sich – hoffentlich – neue Knospen?

    Herzliche Grüße – und vielen Dank im Voraus
    Christina

    PS. Meine Plumeria von Flora Toskana blühen seit über 10 Jahren!

    1. Liebe Christina, so wie es aussieht, haben Sie alles richtig gemacht. Wo die Blüte abgeschnitten wird – ziemlich oben am Stengel, oder ganz unten – darüber haben sich schon viele Menschen den Kopf zerbrochen und viel untersucht und diskutiert. Fazit: es ist nichts verkehrt. Ob man oben, direkt unter der Blüte schneidet, oder lieber weiter unten, hat auf die zukünftige Entwicklung der Pflanze keinen Einfluss.
      Alles Gute weiterhin und viel Freude mit Ihren Pflanzen!

  2. Hallo Frau Geiger,
    nachdem ich mir eine King-Protea mit einer Blüte und zwei Knospen zugelegt habe, wurde sie zunächst in einen Terracotta-Topf umgetopft. Die Pflanze steht zZ. im Garten, an luftiger Stelle, bei Hamburger Dauerregen habe ich sie mit einem Sonnenschirm vor zu viel Nässe geschützt. Gegossen wird wenig nach Bedarf, 2wöchig mit phospatfreiem Dünger.
    Die Knospen sind wunderschön aufgegangen – und so langsam verblühen auch sie leider.
    Die erste Blüte habe ich nach dem Verblühen ca. 3cm „unter dem Kopf“ abgeschnitten.
    Nun meine Frage: ist das richtig so oder muss das Verblühte tiefer abgeschnitten werden?
    Wo entwickeln sich – hoffentlich – neue Knospen?

    Herzliche Grüße – und vielen Dank im Voraus
    Christina

    PS. Meine Plumeria von Flora Toskana blühen seit über 10 Jahren!

    1. Liebe Christina, so wie es aussieht, haben Sie alles richtig gemacht. Wo die Blüte abgeschnitten wird – ziemlich oben am Stengel, oder ganz unten – darüber haben sich schon viele Menschen den Kopf zerbrochen und viel untersucht und diskutiert. Fazit: es ist nichts verkehrt. Ob man oben, direkt unter der Blüte schneidet, oder lieber weiter unten, hat auf die zukünftige Entwicklung der Pflanze keinen Einfluss.
      Alles Gute weiterhin und viel Freude mit Ihren Pflanzen!

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