Dieser Sommer hat uns gezeigt, dass ein Umdenken bei der Auswahl unserer Gartenpflanzen notwendig ist. Hitze und Trockenheit haben den Pflanzen in unseren Gärten schwer zugesetzt. Oft sind jahrzehntealte Bäume vertrocknet und mussten gefällt werden, die Regenwasserspeicher von uns Kleingärtner sind schon seit Wochen leer und einige Städte und Gemeinden waren gezwungen, den Wasserverbrauch einzuschränken. Um auf weitere solche Sommer vorbereitet zu sein, können wir jetzt die richtigen Bäume und Sträucher auswählen, die Hitze besonders gut ertragen und mit wenig Wasser auskommen, wenn sie eingewachsen sind.
Darum ist der kommende Herbst der richte Zeitpunkt, um neue Ideen zu verwirklichen und um im nächsten Sommer auch bei großer Hitze und Trockenheit, ein grünes und schattiges Gartenparadies ohne großen Gieß-Stress genießen zu können.

Ginkgos (Ginkgo biloba) sind besonders robuste Bäume, die sowohl extremer Sommerhitze, langer Trockenheit und ebenso starkem Frost trotzen. Der Ginkgo, der übrigens schon seit über 3000 Jahre auf unserer Erde wächst, ist daher der ideale Klimabaum. Schädlinge, wie Blattläuse, Borkenkäfer und andere befallen keine Ginkgos. Umweltschadstoffe in der Luft können einem Ginkgo-Baum ebenso wenig etwas anhaben, wie heiße trockene Sommer. Die unverkennbare grazile Silhouette eines Ginkgos, seine einzigartigen Blätter und das Wissen darum, die wohl älteste lebende Baumart im Garten stehen zu haben, empfehlen ihn für den Garten der Zukunft.
Auch Esskastanien (Castanea sativa) können wir bei der Umgestaltung hin

zum zukunftssicheren Garten berücksichtigen. Die Esskastanienbäume dürfen keinesfalls mit der viel anfälligeren Rosskastanie verwechselt werde. Größere Hitze, Trockenheit und die Kastanienminiermotte können der Esskastanie nichts anhaben. Die schlanken Bäume mit den langen, glänzenden, tannengrünen, an den Rändern fein gezähnten Blättern besitzen hohen Zierwert und eignen sich daher als schattenspendender Hausbaum. Esskastanien werden seit tausenden von Jahren in der Mittelmeerregion kultiviert und waren in früheren Zeiten maßgeblich für die Ernährung der ärmeren Bevölkerungsschicht von Bedeutung. Auch heute noch sind die gerösteten, aromatischen Maroni nicht nur auf Weihnachtsmärkten eine Delikatesse.

Wie man es von einem mediterranen Baum erwarten kann, ist auch die Schirm-Pinie (Pinus pinea) sehr trockenheitsverträglich, sobald sie älter ist und ihre Wurzeln tiefere Erdschichten erreicht haben. Trotz großer Hitze und Trockenheit wie in der Toskana oder im Süden Spaniens wachsen Pinien auch in unseren Gärten zügig heran und bilden mit den Jahren die typischen ausladenden, schattenspendenden Schirmkoren, die für mediterranes Toskana-Flair in unseren Gärten sorgen.

Für Standorte, an denen nur für niedrigere Pflanzen Platz ist, gib es ebenso eine Auswahl an Pflanzen, die mit den geänderten Klimabedingungen gut zurechtkommen. Anstelle von Sommerpflanzen, die im Sommer jeden Tag gegossen werden müssen, können wir Trockenbeete anlegen. In solchen Beeten ist eine Kerzen-Palmlilie (Yucca gloriosa) ein richtiger Hingucker. Für sie ist es kein Problem, wenn sie tagelang ohne Wasser auskommen muss und an vollsonnigen Lagen gepflanzt wird. Ältere Exemplare beeindrucken mit bis zu einem Meter hohen Blütenständen mit bezaubernden, cremeweißen, glockenförmigen Blüten, deren Duft an Maiglöckchenduft erinnert.

Die Wärme und Trockenheit zwingt uns dazu auch die Kübelbepflanzung diesen Bedingungen anzupassen. Yuccas (Yucca gloriosa oder rostrata) kommen auch als Kübelpflanzen mit Hitze und Trockenheit gut zurecht und können eine langlebige Alternative zu durstigen Balkonpflanzen sein. Ich habe bereits zwei Töpfe mit einer Blaublättrigen Palmlilie (Yucca rostrata) bepflanzt. Wenn ich selbst im Urlaub bin, muss ich mit der richtigen Auswahl an Pflanzen nicht dafür sorgen, dass Freunde oder Bekannte jeden Tag meine Balkon- und Terrassenpflanzen gießen. Die Blaue Yucca ist sehr anspruchslos und mit ihren stahlblauen Blättern dennoch ein edler Blickfang. Ergänzt mit dem ebenfalls blaugrünen Rosmarin (Rosmarinus officinalis) entsteht ein spannendes und wohltuend kühl anmutendes Topfpflanzen-Arrangement.
Mit einer durchdachten Pflanzenauswahl, können wir auf die geänderten Sommerbedingungen reagieren und einen reizvollen Garten ohne Stress genießen.

