Grüße aus Florida

Ein Gastbeitrag von Helena Geiger

Wie meine Mutter, die Sie normalerweise mit ihren Beiträgen in diesem Block informieren und unterhalten will, begeisterte auch ich mich für exotische Pflanzen aller Art. Wenn mich mein Beruf daher in fremde Länder führt, nutze ich jede freie Minute, um die heimische Natur und Pflanzenwelt zu erkunden.

Diese Länder überraschen mich mit der natürlichen Pracht und Größe von Pflanzen, die bei uns nur in Töpfen in Wintergärten von Liebhabern oder in öffentlichen Palmenhäusern zu sehen sind.

Derzeit arbeite ich in den USA und ich reiste für ein verlängertes Wochenende in den Südosten, denn Florida und Kay West sind Paradiese für Liebhaber exotischer Pflanzen. Ich habe so viele interessante Pflanzen gesehen und fotografiert, die ich unbedingt mit Ihnen teilen möchte.

Hier wachsen Pflanzen, die wir in Mitteleuropa wie Schätze hegen und pflegen, unbeachtet am Wegrand. Dabei spreche ich nicht von Bougainvilleen, Palmen und Ravenala madagascariensis (Baum der Reisenden) sondern auch Besonderheiten, wie die Carissa macrocarpa (Natal-Pflaumen) wachsen hier unspektakulär als Heckenpflanzen entlang des Pfades, der zum Strand führt.

Am Abend ist der Duft der hübschen kleinen Blüten besonders intensiv, sodass ich fast vergessen könnte, eigentlich schwimmen zu wollen.

Wunderschöne und farbenprächtige Pflanzen wie Mimusops, Bismarckia nobilis, Cordia sebestena und Allamanda schottii sind hier im Süden Floridas heimisch und in Parks und privaten Gärten zu finden.

Ich bewohne hier im Süden Floridas ein Zimmer in einem kleinen B & B. Der Garten, der zum Haus gehört, ist ein subtropisches Paradis. Bereits in der Einfahrt des Grundstücks begrüßen Alpinia purpurata und eine riesige Agave americana die Gäste.

Am Aufgang zur Eingangstür wartet eine Asiatische Hakenlilie (Crinum asiaticum) mit ihren filigranen und prächtigen Blüten den Besuchern auf.

Die schönste Überraschung wartet jedoch hinter dem Haus:

Hunderte wunderschöne weiß-rosa farbene Blüten  der Chorisia speciosa (Florettseidenbaum) schmücken jetzt im Herbst den Baum während er das Laub abwirft und die typischen kräftigen Stacheln an Stamm und an den Ästen zum Vorschein kommen. In diesem Garten ist der Baum keine Trockenzeiten ausgesetzt und benötigt keinen Wasserspeicher, sodass der ansonsten charakteristisch verdickte Flaschenstamm nur sehr schwach ausgeprägt ist. Dennoch ist hier in Florida, wo ohnehin fast ebenso viel spanisch wie englisch gesprochen wird, der Florettseidenbaum auch unter dem Namen árbol botella bekannt.

Der Garten wird durch einen hübschen Stakentenzaun begrenzt und dahinter wächst eine Meertraubenhecke (Coccoloba uvifera). Leider sind die Früchte, die an Weintrauben erinnern, noch nicht reif. Man kann nämlich das süße Fruchtfleisch der Meer- oder Seetraube nicht nur zu Gelee oder Wein verarbeiten, sondern auch frisch vom Baum essen.

Die Flora ist hier im Südosten der USA so üppig und die Blütenpracht so überschwänglich, dass stilvolle Dekorationen mit Blüten eine Selbstverständlichkeit sind. Vor allem die hübsche Schale mit Plumerienblüten, Bougainvilleenblüten und den Blüten des Florettseidensbaums, die mich am Empfangstresen des  B & Bs bei jeder Rückkehr begrüßte, werde ich vermissen.

 

 

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