Ein Sommer in rosa

Aus dem Erfahrungsaustausch mit anderen Pflanzenfreunden und – freundinnen weiß ich, dass viele monochrome Pflanzenarrangements auf ihrer Terrasse oder dem Balkon bevorzugen. Weiß blühende Pflanzen sind dabei sehr beliebt. Allerdings empfinden manche eine komplett weiße Terrassenpflanzengestaltung als zu kühl und sachlich oder gar langweilig. Daher will ich heute, nicht nur für die Romantiker unter meinen Lesern, rosafarben blühende Sommerklassiker vorstellen, mit denen es gelingt eine heitere und unbeschwerte Atmosphäre auf den Balkon oder die Terrasse zu zaubern.

Jasminum stephanense

Jasminum x stephanense – Jasmin, Jasmine, Jessamine

Die aus Frankreich stammende Kreuzung Jasminum x stephanense stellt eine rosa blühende Alternative zum Jasminum officinale (Echter Jasmin) oder aber eine Ergänzung einer Jasminsammlung dar. Jasminum x stephanense ist stark wüchsig und die Blüten verströmen einen zarten Duft. Dieser Jasmin ist etwas winterhärter als der echte Jasmin und kann ausgepflanzt mit einer Wuchshöhe von bis zu vier Meter Pergolen, Zäune oder Lauben malerisch berankten. An den zwei Zentimeter großen, reichlichen Blüten werden Sie vom späten Frühjahr bis weit in den Sommer hinein Freude haben.

Leptospermum scoparium Ballerina

Leptospermum scoparium – Südseemyrte, Südsee-Myrte, Manuka, Neuseelandmyrte, Broom Tea Tree

Südsee- oder Neuseelandmyrten (Leptospermum scoparium) sind ein echter Klassiker der Frühlingssaison. Für die rosafarbene Gestaltung steht die Sorte Ballerina zur Verfügung. Von März bis Juni hüllen sich die Sträucher in eine Wolke aus unzähligen kleinen Blüten. Anschließend sollte der Strauch einen Form- oder Rückschnitt erhalten und wird auch dann wieder zu neuer, jedoch nicht mehr ganz so üppiger Blüte ansetzen. Die medizinische Heilwirkung des aus Neuseelandmyrten gewonnenen Öles ist den Maori seit Jahrhunderten bekannt. Eine Südseemyrte erfreut aber nicht nur Pflanzenliebhaber, auch die Bienen kommen auf ihre Kosten. Sicherlich haben sie schon vom Manuka Honig gehört, der aus dem Nektar von Leptospermum scoparium gewonnen wird und dem ebenfalls Heilwirkung zugeschrieben wird.

Plumeria rubra und Plumeria obstusa

Plumeria rubra – Frangipani, Tempelbaum, Wachsblume

Auf keinen Fall fehlen dürfen bei der Vorstellung der rosafarbenen Blütenstars die Plumerien. Sie zählen zu meinen Favoriten. Plumerien bestechen sowohl durch ihren Duft als auch die Schönheit ihrer Blüten und sind dabei doch gänzlich unkapriziös. Plumerien eignen sich für die Fensterbank genauso wie für die Sommerfrische im Freien. Neben rosa- und pinkfarbenen Sorten gibt es natürlich auch noch Plumerien in anderen Farbkompositionen. Allen ist eine große Blütenfülle gemeinsam. Dabei blühen Plumerien z. T. zeitlich versetzt jeweils an den Triebspitzen ihrer Zweige, sodass sich der Blühzeitraum über viele Wochen erstreckt, wenn die Pflanzen mit den Jahren ansehnliche Verzweigungen erreicht haben. Die exotischen Schönheiten verleihen der heimischen Terrasse definitiv Südseeurlaubsatmosphäre.

Lagerstroemia indica

Lagerstroemia indica Rosea, rosa – Rosa Kreppmyrte, Rosafarbene Kraeuselmyrte, Indische Kräuselmyrte, Pride-of-India, Queen’s Crape Myrtle

Allen Gartenbesitzern sei die zauberhafte Lagerstroemia indica Rosea empfohlen. Kleinere Sträucher können auch im Topfgarten eingesetzt werden. Jedoch liegt der große Vorteil der Lagerstroemien darin, dass sie auch in Mitteleuropa winterhart sind und daher nicht nur für die Balkon- und Terrassengestaltung sondern auch für die Gestaltung eines mediterranen Gartens hervorragend geeignet sind.

Nerium oleander

Nerium oleander – Oleander, Rosebay, Rose Bay, Laurier rose

Oleander als Inbegriff des Südens darf in keinem Topfgarten fehlen. Die Farbpalette der Oleanderpflanzen ist umfangreich. Neben rot, gelb, weiß gibt es selbstverständlich auch rosa blühende Sorten. Auch innerhalb der rosafarben blühenden Oleander gibt es viele verschiedene Farbnuancen. Daneben sind im Fachhandel nicht nur Pflanzen mit einfachen sondern auch mit gefüllten Blüten erhältlich. Die Blütezeit reicht vom Frühjahr bis in den Spätsommer. Ein vollsonniger Standort ist ideal, der hohe Wasserbedarf der Oleander darf nicht unterschätzt werden. Werden die Pflanzen zu trocken gehalten, macht sie das anfällig für Spinnmilben. Durch jährliches Umtopfen im Frühjahr und Ausschneiden von alten Trieben unmittelbar über der Erde bleibt der Oleander blühfreudig und kompakt im Wuchs.

Camellia japonica

Camellia japonica „Mrs. Tingley“ – Kamelie, Japanische Kamelie, Rose-des-Winters
Camellia japonica ‚Oki-No-Nami‘, Kamelie, Japanische Kamelie, Rose-des-Winters

Im zeitigen Frühjahr sehnen wir uns ganz besonders nach blühenden Pflanzen, die den Aufbruch in die warme Zeit des Jahres einläuten. Zu den ersten Frühjahrsboten gehören die Kamelien. Die Blütenknospen der Camellia japonica werden bereits im Herbst angelegt und ab dem Februar des folgenden Jahres öffnen sich die Blüten. Die Farbpalette reicht dabei von weiß über zartgelb und rosa bis hin zu dunkelrot. Hier aber möchte ich dem Farbthema treu bleiben und die rosa blühenden Sorten „Mrs. Tingley“ und „Debbie“ sowie „Oki-No-Nami“ empfehlen. Alle Kamelien jedoch sind auch nach ihrer zeitigen Blüte ganzjährig, aufgrund des dunkelgrünen Laubes und der kompakten Wuchsform, die sich auch für den Formschnitt eignet, ein Blickfang. Sie können sowohl in kühlen Wintergärten, an halbschattigen Standorten im Topfgarten als auch ausgepflanzt im Garten gehalten werden.

Camellia japonica – Kamelie, Japanische Kamelie, Rose-des-Winters

Bougainvillea spectabilis

Bougainvillea spectabilis – Bougainvillee, Drillingsblume, Pracht-Bougainvillee
Bougainvillea spectabilis – Bougainvillee, Drillingsblume, Pracht-Bougainvillee

Neben Oleander steht mit den Bougainvilleen ein weiterer Sommerklassiker in der Blühfarbe rosa zur Auswahl. Jeder der schon den Mittelmeerraum bereist hat, kennt die überschwänglichen Blütenwolken der Bougainvilleen, die dort in nahezu jedem Garten und an jeder Hauswand zu finden sind. Auch für den mitteleuropäischen Garten sind Bougainvilleen eine Zier, jedoch nur als Topfpflanze. Egal ob als Kletterpflanze, Strauch oder Stämmchen, sie zaubern im Handumdrehen Sommerfeeling. Auch bei den Bougainvillea spectabilis sind sowohl Sorten mit einfachen als auch mit gefüllten Blüten erhältlich. Die Bougainvilleen blühen an kurzen Trieben üppiger, sodass ein Rückschnitt nach jeder Blütenphase – es können jährlich bis zu fünf sein – empfehlenswert ist.  Wenn Sie die Bougainvilleen auch warm (ca. 15 Grad) und hell überwintern können, dürfen Sie sich auch im Winter über Blüten freuen.

Mandevilla

Mandevilla sanderi – Dipladenia
Mandevilla x amabilis ‚Alice du Pont‘Mandeville sanderi, Dipladenie

Für alle Romantiker unter den Lesern ist eine rosa blühende Mandevilla ein Muss. Die Mandevilla sanderi ist neben roten oder weißen Exemplaren auch mit rosafarbenen Blüten zu bekommen. Ganz besonders reizend ist aber, wie der Name schon ausdrückt, die  Mandevilla x amabilis „Alice du Pont“.  Die großen aber dennoch zarten Blütentrichter, der starke Wuchs und die großen, ovalen dunkelgrünen Blätter machen sie einzigartig. Mandevillen sind bei ausreichender Wasser- und Düngergabe das ganze Jahr über äußerst blühfreudig, wenn die Temperaturen konstant über 15 Grad liegen. Nach ihrem sommerlichen Ausflug auf den Balkon und die Terrasse blühen sie zuverlässig in einem mäßig temperierten Wintergarten weiter.

Mandevilla x amabilis ‚Alice du Pont‘ – Mandeville, Dipladenie

Die Liste der rosa blühenden Sträucher ließe sich beinahe endlos weiterführen.  Mit diesen Anregungen soll ein Anfang gemacht und Ihre eigenen Planungen angestoßen sein.  Ich würde mich sehr über Ihre Rückmeldung, Ideen und Pflanzenkompositionen freuen.

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